Großer Erfolg: Erstes Kompetenzforum zum Ärztenotstand in Bielefeld

So können Kliniken Ärzte aus dem Ausland rekrutieren und integrieren


Bielefeld, 11.11.2019 –
Kliniken, Institutionen aus dem Gesundheitsbereich und medizinische Personaldienstleister haben sich heute in Bielefeld beim bundesweit ersten Kompetenzforum detailliert darüber informiert, wie der Ärztenotstand in Deutschland mit Hilfe von Medizinern aus dem Ausland abgefedert werden kann. Ausgerichtet hat das Kompetenzforum der global agierende Weiterbildungsdienstleister Berlitz, der bei der gezielten Rekrutierung von Ärzten und Pflegekräften im Ausland sowie bei deren Integration im Inland mit Kliniken und Personaldienstleistern zusammenarbeitet. Dabei werden die Fachkräfte bereits im Heimatland sprachlich und fachlich auf das Leben und die Aufgaben in Deutschland vorbereitet.

 

Die rund 30 Personalverantwortlichen, Chefärzte und Berater aus Kliniken, Institutionen und Firmen, vor allem aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, wurden über die rechtlichen Rahmenbedingungen und Unterstützungsmöglichkeiten informiert. Obwohl nach Angaben von Rita Pauls, die bei Berlitz für die internationale Fachkräftevermittlung verantwortlich ist, derzeit bereits jeder achte der insgesamt 400.000 berufstätigen Mediziner aus dem Ausland kommt, reicht diese Zahl nicht, um den Bedarf zu decken. Pauls: „Allein in 2020 werden bundesweit insgesamt rund 5.000 weitere Ärzte benötigt. Dieser Bedarf lässt sich mit deutschen Medizinern bei weitem nicht decken.“

 

Frederike Meyer-Belitz informierte über konkrete Hilfen der Bundesagentur für Arbeit bei Rekrutierung und Integration. Ihre Erfahrung: „Der Prozess bis zur Erlangung der Approbation ist kompliziert aufgrund der administrativen Prozesse und hohen sprachlichen Anforderungen, die für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung allerdings unabdingbar sind.“

Thea Bjercke, Assistenzärztin am Klinikum Bielefeld Mitte, ist in Norwegen geboren und hat in Ungarn Medizin studiert. Sie schilderte, wie hoch die administrativen Herausforderungen sind und berichtete über ihre Erfahrungen und Wünsche als junge ausländische Ärztin in einem internationalen Team: „Wenn man als ausländische Ärztin in Deutschland arbeiten möchte, braucht man viel Geduld, Optimismus und auch Unterstützung, um die Herausforderungen zu meistern.“

Dr. med. Frank Matthias Rudolph, ärztlicher Direktor der Mittelrhein-Klinik in Bad Salzig und Weiterbildungsdozent im Gesundheitswesen, machte Arbeitgebern Mut, Mediziner aus dem Ausland zu beschäftigen: „Die Gesundheitsberufe verbindet eine oft unbewusste Tradition von Einstellungen, die sich im Medizinsystem des jeweiligen Heimatlandes entwickelt haben. Wir wissen, um diese Unterschiede und hoffen, das Beste aus vielen Welten vereinen zu können. Das passiert allerdings nicht von alleine. Integration muss insbesondere von den Führungskräften aktiv begleitet werden.“

 

Dr. Lars Holldorf, Experte für Personalstrategie im Gesundheitswesen, erläuterte die Zulassungsverfahren und wie es am besten gelingt, ausländische Ärzte langfristig zu binden: „Wer ausländische Ärzte im Team haben möchte, sollte sich damit unbedingt strategisch befassen. Ansonsten ist die Gefahr des Scheiterns sehr groß.“

 

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung in Bielefeld plant Berlitz im nächsten Jahr bundesweit weitere Kompetenzforen, wie Ärzte und Pflegekräfte aus dem Ausland global rekrutiert und lokal integriert werden können.

 

Hintergrundinformationen zu Berlitz

1878 startete Berlitz als reines Spracheninstitut. Inzwischen hat sich das Unternehmen zu einem globalen Bildungsdienstleister für Sprachkompetenz, interkulturelle Kompetenz sowie Management- und Führungskompetenz entwickelt. Berlitz ist mit heute mehr als 450 Centern in über 70 Ländern weltweit einer der größten Weiterbildungsdienstleister. Bundesweit gibt es mehr als 50 Standorte. Die rund 2.000 Mitarbeiter bundesweit kommen aus über 40 Nationen.