Mit dem Rad zur Friedensbank – Erneut vier Sterne für Grenzgängerroute Teuto-Ems

 Mit dem Rad zur Friedensbank

 

Erneut vier Sterne für Grenzgängerroute Teuto-Ems

 

Osnabrück, 25.02.2019 –  Erneut hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub die Grenzgängerroute Teuto-Ems mit vier Sternen als eine der besten Radrouten Deutschlands ausgezeichnet. Sie verbindet das Osnabrücker Land, Ostwestfalen-Lippe und Münsterland. Dem ADFC gefällt, dass Radreisende hier anschaulich Geschichte und Geschichten erleben können. Andernorts raucht man die Friedenspfeife oder begräbt das Kriegsbeil – am Alten Postdamm zwischen Bad Iburg-Ostenfelde und Lienen, direkt an der Grenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, stellte man die Friedensbank auf. Ohne Zwist und Zank einigten sich vor gut 20 Jahren Heimatvereine beiderseits der Grenze auf dieses idyllische Plätzchen im Schatten der Allee-Bäume, um einen Gedenkort zum 350. Jahrestag des Westfälischen Friedens zu schaffen. 1648 im Osnabrücker Rathaus und in Münster verhandelt und verkündet, beendete dieses Abkommen zwar den Dreißigjährigen Krieg und brachte Frieden für ganz Europa, nicht aber für die Bauern in Ostenfelde und Lienen. Sie stritten weiter um Holz- und Weiderechte und gingen schließlich beim „Plaggenkrieg“ 1698 bewaffnet aufeinander los. Auch dieser Geschichte gedenken die Menschen an der Friedensbank, wenn sie sich jedes Jahr am zweiten Oktober-Sonntag zum kleinen Friedensfest treffen. Geschichten und Orte wie diese machen den unverwechselbaren Reiz der Grenzgängerroute Teuto-Ems aus, die auf 152 Kilometern ein gutes Dutzend historischer Grenzen überquert. Weitere Infos unter www.grenzgaengerroute.de und www.osnabruecker-land.de sowie telefonisch unter 0541/323-4567.

 

Burgen zeugen bis heute von früheren Grenzen

 

Radler lernen unterwegs zum Beispiel die mehr als 1.000 Jahre alte Iburg kennen, in der die Osnabrücker Fürstbischöfe residierten – ab 1648 abwechselnd katholische und evangelische, so bestimmte es die weltweit einzigartige Regelung des Westfälischen Friedens. Denn nur in diesem Bistum gab es Anhänger der traditionellen und der neuen Konfession fast zu gleichen Teilen.

Diese religiöse Toleranz schuf neue, ungewollte Grenzen: Benachbarte Dörfer unterschiedlicher Bekenntnisse mieden den Kontakt. So nachhaltig wirkte diese Trennung, dass sich unterschiedliche Dialekte entwickelten, die alte Einheimische bis heute zu erkennen behaupten.

 

Auch über solche Grenzen hinweg folgen Radfahrer alten Handelswegen und den Pfaden der Salz-Schmuggler zwischen Bad Rothenfelde und Versmold – und genießen dabei das Beste, was Osnabrücker Land, Ostwestfalen-Lippe und Münsterland zu bieten haben: Burgen und Schlösser, den guten Füchtorfer Spargel und den Versmolder Schinken, landschaftliche Vielfalt zwischen der Pferdestadt Warendorf an der Ems und dem Lebkuchenort Borgholzhausen im Teutoburger Wald sowie zehn weitere historische Städte und Dörfer. Dabei verläuft der Rundweg zum großen Teil durch den Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita, der spannende Abstecher in die Erdgeschichte ermöglicht – in eine Zeit lange vor den ersten Grenzen.

 

Über das Osnabrücker Land


Das Osnabrücker Land liegt im Südwesten Niedersachsens. Knapp 25 Millionen Tagesausflugsgäste im Jahr besuchen die Stadt Osnabrück und den sie umgebenden Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita. Mit mehr als zwei Millionen Gästeübernachtungen zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge ist die Region ein attraktives Reiseziel vor allem für Städtereisende, Gesundheitsliebhaber und Radfahrer. In Osnabrück wurde der Westfälische Friede verkündet; dieses historisch bedeutsame Ereignis wirkt nach: Die mehr als 500.000 Einwohner in der Region gelten als überaus entspannt, freundlich, bodenständig – friedlich eben. Das schätzen die Gäste, die statt Chichi „echte“ Urlaubsabenteuer in der Natur erleben. Infos unter https://www.osnabruecker-land.de/ und telefonisch unter 0541/3234567.