Radeln im Zeichen des Glücksbringers

Radeln im Zeichen des Glücksbringers

 

Auf der Hufeisen-Route im Osnabrücker Land gibt es was auf die Ohren

 

Osnabrück, 14.05.2020 – Ein altes Silberbergwerk und Hünengräber, eine Burg auf dem Berg und eine im Wasser, die Arbeitersiedlung eines Königs und Felsen mit einer bewegten Vergangenheit – in sechs Gemeinden rund um die Friedensstadt Osnabrück erleben Radfahrer auf der Hufeisen-Route mehr als 5.000 Jahre Menschheits-Geschichte im Sauseschritt. Dabei gibt es auch ordentlich was auf die Ohren: An 46 Punkten der 105 Kilometer langen Strecke finden sich Hörstationen mit QR-Codes mit spannenden Geschichten, was vom jeweiligen Standort aus zu sehen ist. Jede Story ist knapp fünf Minuten lang. Infos bei der Tourismusgesellschaft Osnabrücker Land (Tel. 0541/3234567,
www.osnabruecker-land.de).

 

In Wallenhorst lässt sich auf einer Anhöhe über dem idyllischen Nettetal eine uralte Burgruine entdecken. Sie heißt „Wittekindsburg“, obwohl niemand so genau weiß, ob der legendäre Widersacher von Karl dem Großen wirklich jemals hier war. Die Stimme aus dem Smartphone stellt die Wittekinds-Sage den historischen Tatsachen über die Sachsenkriege des achten Jahrhunderts gegenüber und verleiht so dem verwunschenen Ort im tiefen Wald einen zusätzlichen Reiz.

 

Da es in Belm gleich zwei Megalithgräber gibt, lassen sich hier auch zwei unterschiedliche Geschichten über die rund 5.000 Jahre alten Bauwerke erzählen: Eine macht mit einer Reportage anschaulich, wie die Menschen der Jungsteinzeit ihre verstorbenen Angehörigen bestatteten, woran sie glaubten und wie sie aus tonnenschweren Granitfindlingen Monumente für die Ewigkeit errichteten. Die zweite erklärt, warum die Großsteingräber hier „Teufels Backofen“ und „Teufels Backtrog“ heißen. Auch hier fließt wieder viel Märchenhaftes in die Erzählung ein.

 

An der Schelenburg in Bissendorf kommt Jörg von Unkair zu Wort. Der Baumeister brachte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Renaissance nach Norddeutschland, errichtete unter anderem Schloss Neuhaus bei Paderborn und Schloss Detmold. Hier hatte er den Auftrag, den zur Ruine verfallenen Stammsitz derer von Schele in das repräsentative Wasserschloss zu verwandeln, vor dem die Radler lauschend stehen.

 

In Georgsmarienhütte bildet die Industriekultur den Schwerpunkt. So erzählt das Smartphone aus jener Zeit, als die Siedlung „Alte Kolonie“ noch neu war: Mitte des 19. Jahrhunderts brauchte die aufstrebende Bergwerks- und Hüttenstadt dringend Arbeitskräfte. Um Fachleute aus dem Harz anzuwerben, ließ König Georg V. von Hannover die Siedlung bauen, die damals hochmodern war und heute wunderbar nostalgisch wirkt.

 

Um Blüten geht es in Hagen am Teutoburger Wald – allerdings nicht nur um die der zahlreichen Kirschbäume, für die der Ort so bekannt ist. Denn hier, im Silberberg, gruben eigens angeworbene Fachkräfte aus dem Harz nach Silber und nach anderen Metallen. Die Arbeit in der Tiefe veränderte auch die Landschaft über Tage. Und so entstand die zauberhafte Blütenwiese, auf der sogar zehn Orchideenarten gedeihen – ohne QR-Code hätte man die vielleicht übersehen.

 

So erfahren Radler in Hasbergen, dass der Bahnhof und der ungewöhnlich eckige Wasserturm aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen. Noch heute ist hier der Knotenpunkt für den Güterverkehr des Stahlwerks im nahen Georgsmarienhütte.

 

Einige weitere Stationen der Hufeisen-Route erläutern ebenfalls Natur-Phänomene, denn der Weg entlang der Kämme von Wiehengebirge und Teutoburger Wald führt schließlich durch den Natur- und UNESCO-Geopark TERRA.vita. So erklärt das Smartphone, dass sich ein alter Steinbruch lesen lässt wie das Buch über fast 300 Millionen Jahre Erdgeschichte. Dass die hellen Fels-Schichten aus den Muscheln eines längst verschwundenen Ozeans entstanden, hätten die meisten Radtouristen ohne QR-Codes vermutlich übersehen.

 

Außer der Hufeisenroute gibt es 60 weitere Touren mit insgesamt 2.800 Kilometern beschilderten Radwegen durch das Osnabrücker Land. Vom Tagesausflug bis zur mehrtägigen Themenroute ist hier im Süden von Niedersachsen alles möglich.

 

Über das Osnabrücker Land
Das Osnabrücker Land liegt im Südwesten Niedersachsens. Knapp 25 Millionen Tagesausflugsgäste im Jahr besuchen die Stadt Osnabrück und den sie umgebenden Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita. Mit mehr als zwei Millionen Gästeübernachtungen zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge ist die Region ein attraktives Reiseziel vor allem für Städtereisende, Gesundheitsliebhaber und Aktivurlauber. In Osnabrück wurde der Westfälische Friede verkündet; dieses historisch bedeutsame Ereignis wirkt nach: Die mehr als 500.000 Einwohner in der Region gelten als überaus entspannt, freundlich, bodenständig – friedlich eben. Das schätzen die Gäste, die statt Chichi „echte“ Urlaubsabenteuer in der Natur erleben. Infos unter https://www.osnabruecker-land.de/ und telefonisch unter 0541-3234567.